Donnerstag, 16. November 2017

Tutorial Häkelkorb Schlicht & Schön ! * a basket crocheted from parcel cord



Paketschnur hat sich für mich inzwischen fast zu einem "Geheimgarn" entwickelt. Es ist so herrlich vielseitig und so schön schlicht. Noch besser ist der niedrige Preis und die Unverwüstlichkeit - sofern man das Glück hat eine Quelle mit echtem Paketgarn zu finden und nicht die ekligen Plastikalternativen, die einem gern als echtes Paketband angepriesen werden.




 


Mein Garn habe ich ein einem Kramladen gefunden. Es ist nur 1mm dünn und läßt sich mit einer 2,5er Nadel verhäkeln. "Gut" häkeln würde ich es nicht nennen, mir kam es eher so entspannt wie umgraben vor. Bei schwarzem lehmigem Boden. Überzeugt hat mich mal wieder die schöne klare Optik und das Schlichte. Für einen rustikalen Häkelkorb ist das Garn also wie gemacht.
Die Lauflänge weiß ich leider nicht mehr, mir geistert aber irgendetwas um 200m im Kopf herum.

Verbraucht habe ich für den Korb 1,5 Knäul = 300m.
Mein Korb hat einen Durchmesser von 26cm und eine Höhe von 8cm



 





Weil ich nach einer Anleitung gefragt wurde, versuche ich es mal:

Abkürzungen
Feste Maschen (FM)
Kettmasche (KM)
Luftmasche (LM)





Anleitung
1. Runde: 
12 feste Maschen (FM) in einen Fadenring häkeln,
mit einer Kettmasche (KM) schließen  = 12 Maschen


2. Runde: jede Masche wird verdoppelt
2 Luftmaschen  (LM) +1 FM in die erste Masche der Vorrunde häkeln,
dabei immer nur durch den hinteren Teil der Masche stechen, damit ein Rippenmuster entsteht.
alle Maschen verdoppeln:
in jede weitere Masche 2 FM. Runde mit KM schließen = 24 Maschen


3. Runde:  jede 3. Masche wird verdoppelt
2 LM +1 FM in die erste Masche der Vorrunde häkeln = 36 Maschen


4. Runde:  jede 4. Masche wird verdoppelt
2 LM +1 FM in die erste Masche der Vorrunde häkeln,
in Masche 1, 2 & 3 eine FM häkeln, in Masche 4 : 2FM = 36 Maschen

5. Runde:  jede 5. Masche wird verdoppelt
2 LM +1 FM in die erste Masche der Vorrunde häkeln,

in Masche 1,2,3 & 4 eine FM häkeln, in Masche 5: 2FM = 60 Maschen

6. Runde: die 6. Masche verdoppeln
2 LM +1 FM in die erste Masche der Vorrunde häkeln,

in Masche 1,2,3,4 & 5 eine FM häkeln, in Masche 6: 2FM = 72 Maschen

7. Runde: die 7. Masche verdoppeln
2 LM +1 FM in die erste Masche der Vorrunde häkeln,
in Masche 1,2,3,4,5 & 6 eine FM häkeln, in Masche 7: 2FM = 84 Maschen

 8. Runde: die 8. Masche verdoppeln ( gleiches System wie vor ) = 96 Maschen
 9. Runde: die 9. Masche verdoppeln = 108 Maschen
10.Runde: die 10. Masche verdoppeln = 120 Maschen
11.Runde: die 11. Masche verdoppeln = 132 Maschen 


und so weiter  und so weiter, ... je nachdem welchen Durchmesser Ihr erreichen wollt,
könnt Ihr irgendwo mit den Zunahmen stoppen, oder weitermachen.


Mein Tip: 
Bei mir hat das mit den Zunahmen genau geklappt. Ich lege den Kreis zwischendurch immer auf den Tisch. Liegt er schön glatt ist alles in Ordnung. Denn dann haben die Garnstärke, die Häkelnadelgröße und die Festigkeit genau zusammengepaßt. Das ist aber auch bei mir nicht immer so. 
Stellt sich der Rand irgendwann hoch, ist zuwenig zugenommen worden.
Dann müßt ihr diese Runde nochmal aufribbeln und mehr Maschen verdoppeln - also wiederholt Ihr einfach in zwei Runden nacheinander die gleiche Zunahme, also zum Beispiel 2 Runden hintereinander in jeder 9. Masche.
Wird der Kreis wellig, sind es zu viele Zunahmen. 
Die Runde, in der es wellig wird, aufribbeln und ohne Zunahmen häkeln. - Ihr legt eine Pause ein, und macht in der neuen Runde mit den nächsten Zunahmen weiter. Das zum Beispiel so:  Runde 9 / jede 9. Masche verdoppeln. Runde 10 nichts verdoppeln, Runde 11. jede 10. Masche verdoppeln.

Habt Ihr den Wunschdurchmesser erreicht, nehmt Ihr nicht mehr zu, sondern häkelt einfach in jede Masche der Vorrunde eine feste Masche und schließt die Runde immer mit einer Kettmasche. Ihr beginnt die neue Runde mit 2LM als Ersatz für die erste Feste Masche.
Das wiederholt ihr so lange, bis die Wunschhöhe erreicht ist, denn der Rand bildet sich von ganz allein.

Ich habe das Ganze in Form gezogen - und das war es auch schon. 
Das ist eigentlich ganz einfach und fast meditativ, bis auf den Muskelkater in meinen Händen.






 Ich hoffe, daß Euch das Tutorial weiterhilft und wünsche Euch Kraft in den Fingern,
eine stabile Häkelnadel und viele meditative Momente ....

Macht es Euch schön !
Eure Eva 







 


Sonntag, 12. November 2017

der erste Schneemann ❄ The first snowman





Endlich waren wir mal wieder im Harz, mich hat es sowas von nach draußen gezogen. Wie jedes Jahr häufen sich Arbeit und Termine gern ab Anfang November, und an keinem der wenigen Sonnentage konnte ich raus. Ich wollte in den Harz und am Liebsten ins Hochmoor, denn ich mag die schöne karge Landschaft, die herrlichen Herbstfarben und den Duft der Flechten, Moose und Tannen.
 




Von uns aus ist es nur eine Stunde Fahrt bis hinter das Torfhaus. Etwa 1,5km von Oderbrück entfernt kann man von einem Parkplatz in Richtung Dreieckiger Pfahl zum Hochmoor Bodebruch / Bodemoor laufen ( Geo-Koordinaten 51.7788201 | 10.5737276 )
 

 
 

Das Moor ist mit ca 1 Quadratkilometer recht klein, aber es gibt zwei schöne Holzwege über die Moorfläche. Hier oben entspringt die Bode mit einem dunklen Gluggern im Prinzip direkt unter dem Weg.













Eigentlich kann man von hier aus einen sehr schönen Rundweg gehen. Es ist traumhaft, aber man muß ein bischen klettern, denn teilweise geht der Weg über und durch dicke runde rutschige Felssteine. Der letzte Sturm hat aber so schlimm im Harz gewütet, daß einige Wege von umgestürzten Bäumen versperrt sind. Also umdrehen und den ganzen Weg wieder zurück zum Aussichtsturm.






Wow, war das frisch ! Bei uns ist es gerade auch schon recht kühl, aber man merkt deutlich, daß die Temperaturen im Harz noch deutlich niedriger sind. Ich fand mich mit Herbstmantel, Stiefeln, Wollstola, Mütze und Stulpen für die Finger bestens gerüstet, bis wir ausgestiegen und ein Stück gelaufen sind, und dann habe ich ordentlich gefroren. Es war sehr nebelig, denn wir sind sozusagen durch tiefhängende Wolken gewandert, alles war pitschnaß.


 


Im Aussichtsturm gab es zum Aufwärmen heißen Kakao. Herr Seidenfein denkt an alles - auch an Käsebrote ...
und wenn Ihr ganz genau hinseht, sieht man rechts unten im Bild etwas Weißes.





Das ist tatsächlich Schnee ! Und wie ich so bin, mußte ich unbedingt auch einen Schneemann bauen. Es ist zwar ein ganz kleiner geworden, denn der Winter hat ja eigentlich noch nicht begonnen, dafür hat er aber ein Kleeblatt und einen Pilzhut bekommen




so, ich schnappe mir wieder meine Häkelnadel und werde ein paar Fingerübungen machen, einen Tee trinken und meine Lieblingsserie schauen. ... Winter is coming !


Macht es Euch schön gemütlich !
Eure Eva


Montag, 6. November 2017

Scharfer Birnenkuchen * recipe * spicy hot pear cake

Jetzt wo es draußen ungemütlich wird, der Wind anfängt in Finger und Ohren zu beißen, während einem der Nieselregen in den Nacken peitscht ... liebe ich es ofenwarme würzige Kuchen zu essen. Am liebsten mit einer schönen Portion Sahne, die dann auf dem warmen Teller verläuft. Oh lecker !
 



Heute habe ich Euch mein neues Rezept für einen heißen Birnenkuchen aufgeschrieben. Ich fand die Vorstellung nur so einfach Birnen statt Äpfel zu verwenden ein bischen langweilig und habe den Kuchen mit kandiertem Ingwer und reichlich Pistazien aufgepeppt. Ich finde ihn mega lecker - und ganz witzig, daß er sogar nach dem Abkühlen noch hot & spicy = heiß & scharf war.







 Rezept 
für eine 26er Springform

Teig:
250g Mehl + etwas für die Arbeitsfläche
1 Prise Salz
50g Zucker extrafein 
250g Butter in kleinen Würfeln
2 mittelgroße Eier
1 Eßlöffel Wasser


Belag:
3 Eßlöffel Ingwermarmelade 
30g Ingwer in sehr kleine Würfel geschnitten
60g gemahlene Mandeln
4 -5 große feste Birnen
1 Eßlöffel Zitronensaft
60g brauner Zucker
eine Messerspitze gemahlene Nelken
1/2 Teelöffel Zimt 
4 Eßlöffel gehackte Pistazien
 

dazu: 
 gesüßte geschlagene Sahne




Zubereitung:

Mehl und Salz in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Vertiefung drücken und Zucker, Butter, Eier und Wasser hineingeben. Nach und nach mit dem Mehl zu einem glatten Teig verkneten. Wenn der Teig zu krümelig ist, etwas kaltes Wasser einarbeiten. Den Teig in einer verschlossenen Schüssel ca 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

 Den Backofen auf 200°C vorheizen, die Springform buttern und bemehlen.

Etwa 3/4 des Teigees zu einer Kugel formen und auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Kreis ausrollen, der einen Durchmesser von ca 30cm hat. Die Springform damit auskleiden. Der Teig wird an den Seiten überstehen - auf etwa 2cm Höhe zurechtschneiden. Den noch übrigen Teig ausrollen und in dünne Streifen schneiden.

Den Teigboden mit der Ingwermarmelade bestreichen und im Anschluß mit einer Gabel einstechen. Mandelpulver auf dem Boden verteilen. Die Birnen waschen und vierteln, Kerngehäuse herauslösen und jeweils in 4 Spalten schneiden. Die Birnenspalten in eine Schüssel geben und vorsichtig mit Zitronensaft, braunem Zucker, Nelken, Zimt und den Ingwerwürfelchen vermischen. Vorsichtig auf den Teigboden geben und verteilen.

Die Teigstreifen werden gitterförmig auf dem Belag angeordnet. Mit etwas Wasser bestreichen und am Rand leicht andrücken. Überstehenden Teig abschneiden.

Bei 200°C ca 50 Minuten im Ofen goldgelb backen. Herausnehmen und kurz abkühlen lassen.
Nun die Sahne schlagen und etwas süßen.

Ist die Sahne geschlagen, kann der Kuchen mit den Pistazien bestreut und serviert werden.
Wer mag, streut noch etwas Puderzucker darüber.
Dazu gibt es die Sahne ....



ein leckerer, simpler heißer Herbstkuchen



wie schade daß man den Duft nicht mitsenden kann: 
es duftet nach Birnen, Zucker und Gewürzen - ein schöner warmer Herbstduft


 Lasst es Euch schmecken und gutgehen,
Eure Eva* 



*die gerade im Auto auf dem Weg nach Hause sein wird,
nach einem weiteren DIY Bloggertreffen






Samstag, 4. November 2017

Facelifting für den Flur mit Kreidefarbe * Facelifting for the hallway with chalkpaint

Unser Flur hat ein kleines Facelifting bekommen. Das strenge schwarz-weiß biß sich mit der neuen uralten Küchenbank - das sah echt nicht aus. Besonders der schwarzgerandete Spiegel hat mir nicht mehr gefallen. Jetzt ist alles pastellig in kiesel, jute, mattem braun und weiß.






Glücklicherweise habe ich beim letzten Bloggertreffen einen großen Beutel Kreidelacke in kleinen und größeren Dosen mitnehmen dürfen sowie silberner und goldener Möbellack. Ein paar Farben habe ich Euch schon gezeigt - aber jetzt warteten das feine Kieselgrau und der matt silberne Möbellack darauf endlich aus dem Dornröschenschlaf der Blechdose zu entkommen.




Probehalber habe den Farbton Jute und gebrochenes Weiß dazugestellt - und mich dann doch wieder für ein fröhliches Kieselgrau entschieden. Die gelbliche Bank steht vor dem zu streichenden Spiegel und da sah grau am hübschesten aus.

Für den gesamten Spiegelrand habe ich 1/3 der 125ml Dose benötigt. Ein Anstrich hat auf schwarzem Untergrund gereicht, das ist wirklich sehr ergiebig. Die Farbe kleckert nicht und läßt sich so gut verstreichen, daß ich auf das obligatorische Abkleben der Wand ( oder Abhängen und Lackieren des Spiegels) verzichtet habe.

Auch den Spiegel habe ich nicht abgeklebt. Ich habe ein Stück dünnen Kunststoff hinter den Rahmen geschoben und dann einfach drauflos lackiert. Den Kunststoff einfach herausziehen, mit Papier abwischen und neu positionieren.... das ist so einfach.







Mit dem matten silbernen Möbellack habe ich die schwarzen Holzbuchstaben dünn lackiert - bewußt ungleichmäßig. Verarbeiten ließ sich dieser Lack ebenfalls sehr gut.






 




 so finde ich es wunderschön... fehlt nur noch das Moodboard auf der linken Seite...


Macht es Euch schön und lasst es Euch gutgehen !
Eure Eva